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Erich Werkmann †Erich Werkmann †
Zum Tode von Erich Werkmann
7.10.1948 – 25.11.2025
Am 25. November 2025 verstarb Erich Werkmann unter tragischen Umständen. Er war langjähriges Mitglied unseres Vereins und nicht zuletzt einer der regsten unserer „Hausfotografen“.
„Unkraut vergeht nicht“, war immer sein Spruch, wenn man ihn mahnte, sich nicht zu übernehmen mit Konzertbesuchen und dem mühsamen anschließenden Auswählen und Bearbeiten der Fotos. Doch dann wurde zunächst ein naher Angehöriger pflegebedürftig, was zu einem großen Teil wohl er übernahm. Dies zwang ihn schon seit zwei oder drei Jahren, sehr viel wählerischer bei der Auswahl der Konzerttermine zu sein, bei denen er fotografieren wollte. Dann wurde er selbst krank und seine Besuche wurden noch seltener. Er schrieb von OPs und weiteren Krankenhausaufenthalten, zuletzt erst vor wenigen Wochen.
„Ohne Konzerte geht es nicht“, knurrte er bei seinem letzten Besuch im Club Voltaire, am 22. September. Er hat diesen Club sehr gemocht und der Jazz auf der kleinen Bühne konnte für ihn nicht avantgardistisch, wild, schräg und ekstatisch genug sein. Beim Zusammenstellen des Programms habe ich oft an ihn gedacht und mich gefragt, für welche der nächsten Bands er wohl den weiten Weg nach Frankfurt auf sich nehmen würde.
Erich hat uns immer wieder Fotos angeboten, auch von Konzerten anderer Veranstalter aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet. Traf man ihn in Rüsselsheim, konnte man sicher sein, noch nachts, spätestens am nächsten Morgen Fotos zu erhalten – selbstverständlich nur, wenn es ihm gefallen hatte, da war er eigen. Zum letzten Mal erhielten wir von ihm am Vormittag des 10. November Fotos eines unserer Konzerte, vom Auftritt des Helge Lien Trios in der Romanfabrik am Vorabend. Er schrieb nur „Energetisch! Heute Abend ins Krankenhaus.“ Einige Tage später, am 25. November, ist er auf dem Weg zu einem unserer Konzerte verstorben.
Erich hinterlässt seine Ehefrau, Kinder und Enkelkinder. Ihnen gilt unser ganzes Mitgefühl. Die Beisetzung wird im engsten Familienkreis stattfinden.
Er wird mir sehr fehlen, dieser großgewachsene, nimmermüde, wortkarge, bisweilen knorrig-knurrige Mann mit dem weißen Haarzopf, der seine große Liebe für den avantgardistischen Jazz mit wunderbaren Konzertfotos zum Ausdruck brachte. Danke lieber Erich, für alles.
Holger Heuermann, stellv. Vorsitzender