Wolfgang Roth (Jazz-Initiative Frankfurt)

Samstag, 10. Dez. 2022

HfMDK (Hochschule für Musik und Darstellende Kunst)

Kleiner Saal

Beginn: 20:00 Uhr

Einlass ab 19:00 Uhr

Verleihung des Hessischen Jazzpreises 2022Verleihung des Hessischen Jazzpreises 2022

Eintritt: 8,00 €

Ermäßigt: 6,00 €

Mitglieder: 6,00 €

Verleihung des Hessischen Jazzpreises 2022 an Christopher Dell
mit Preisübergabe durch das Hessische Ministerium für Wirtschaft und Kunst

Laudatio: Georg E. Lewis

Preisträgerkonzert
Dell – Lillinger – Westergaard

Auf der Suche nach einer neuen musikalischen Ästhetik bewegt sich das international anerkannte Komponisten-Trio Dell-Lillinger-Westergaard zwischen zeitgenössischer, experimenteller und Avantgarde-Musik. Das Komponisten-Trio besteht aus Christopher Dell, Christian Lillinger und Jonas Westergaard, die zu gleichen Teilen als Komponisten, Interpreten und Solisten auftreten.

Die Musik von Dell-Lillinger-Westergaard zeichnet sich durch ihre energetische Intensität, Körperlichkeit und architektonische Komplexität aus. Die Musik sprengt alle Genregrenzen und ist geprägt von einer großen Tiefe und Plastizität. In einem hochgradig immersiven Prozess wird die Musik gleichzeitig untersucht und erschaffen, wobei eine faszinierende Welt von lebendigem klanglichem und strukturellem Reichtum beleuchtet und geschaffen wird. Es werden innovative kompositorische Verfahren und Konzeptionen entwickelt.

DLW definieren sich als Vertreter der Neuen Musik, was die Richtung ihres Schaffens vorgibt: In direkter Anlehnung an die heroische Moderne des Serialismus, des Strukturalismus und der musique concrete sowie deren Verfahren sucht das Komponistenkollektiv die unerforschten Qualitäten der Neuen Musik zu erschließen. Auf diese Weise schaffen sie einen fruchtbaren Boden für zeitgemäße und zukunftsweisende Werke.

Seit seiner Gründung im Jahr 2011 forscht Dell-Lillinger-Westergaard (DLW) an energetischem Spiel und struktureller Komposition.

DLW hat zahlreiche Produktionen veröffentlicht und ist weltweit aufgetreten. Das Doppelalbum „Grammar“ (gligg, 2013) zeigt den spezifischen strukturellen Ansatz des Trios zur Formfindung aus verschiedenen Perspektiven.

DLW arbeitet auch als Plug-in-Struktur und schafft Raum für Gäste, die ihren spezifischen Charakter in den Sound des Komponisten-Trios einbringen. Die Zusammenarbeit begann mit dem 2012 verstorbenen John Tchicai, dokumentiert auf dem preisgekrönten Album „The Traveller“. Für die Aufnahme „Boulez Materialism“, die 2018 bei PLAIST erschien, ging DLW eine Zusammenarbeit mit dem experimentellen Elektronikkünstler Johannes Brecht ein. Weitere Kollaborationen umfassen die renommierten Pianisten Tamara Stefanovich, Bob Degen sowie Søren Kjærgaard.

Im Jahr 2019 setzten DLW die Erkundung ihrer musikalischen Grammatik mit dem Album „Grammar II“ fort, das ebenfalls auf PLAIST erschien. Das Album „Beats“ (PLAIST, 2021) wurde von der einflussreichen englischen Zeitschrift Wire Magazine als „eine faszinierende Übung in kreativer Komposition“ beschrieben, und das amerikanische Magazin Downbeat schrieb: „Kraftvoll körperlich und immer im Fluss, ist die Musik des Trios ein bisschen wie brutalistische Architektur, die in Musik übersetzt wird.“

Im Jahr 2022 veröffentlichte das Komponisten-Trio eine Fülle von Musik. Die Veröffentlichung „Monuments“ mit dem amerikanischen Komponisten und Interpreten Mat Maneri erschien im März 2022 bei der enw (edition niehler werft). Der Stil des Bratschenvirtuosen zeichnet sich durch mikrotonale Konzepte und offene Kompositionen aus. Er fügt sich perfekt in den strukturellen Ansatz von DLW ein und erweitert ihn in seinem harmonischen Klangraum. Mit dem amerikanischen Pianisten Bob Degen arbeitete DLW an dem Doppelalbum „Supermodern Vol. 1“ (HGBS). Im Juni 2022 wurde das Werk „SDLW“ bei bastille musique/ PLAIST veröffentlicht, eine Zusammenarbeit mit der Pianistin Tamara Stefanovich.

Christopher Dell (vib), Christian Lillinger (dr), Jonas Westergaard (b)

Mit freundlicher Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, des Sparkassen- und Giroverbands Hessen-Thüringen und des Kulturfonds Frankfurt RheinMain.

Eine Veranstaltung der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK).

Mitglieder der Jazz-Initiative können Karten zum ermäßgten Preis erwerben.