© Juliane Schütz

Freitag, 13. November 2026

Gethsemanekirche

Kirchenschiff 1. OG

Beginn: 20:00 Uhr

Einlass ab 19:00 Uhr

Hildegunn Øiseth QuartetHildegunn Øiseth Quartet

Eintritt: 22,00 €

Ermäßigt: 6,00 €

Mitglieder: 17,00 €

Garden On The Roof

Um die 1966 in Kongsvinger, Norwegen, geborene Jazztrompeterin Hildegunn Øiseth wirklich zu verstehen, muss man wissen, dass sie es vorzieht, ihre eigenen musikalischen Forschungen zu betreiben. In den 1990er Jahren spielte sie nach ihrem Musikstudium Trompete bei der schwedischen Bohuslän Big Band, bevor sie für zwei Jahre nach Südafrika zog. Dort tauchte sie nicht nur tief in die Jazz- und traditionelle Musikszene rund um Kapstadt ein, sondern begann auch, die Musik der indigenen Völker Nordskandinaviens, der Samen zu erforschen. Dabei entdeckte sie, wie ähnlich deren Musik der traditionellen Musik Südafrikas war. Während mehrerer Reisen durch Pakistan suchte Øiseth nach Gemeinsamkeiten zwischen den dortigen Ragas und den für die norwegische Folklore typischen Tonleitern. Bei einer Sufi-Veranstaltung in Pakistan hatte sie zudem das Glück, die Verbindung zwischen diesem südasiatischen Land und ihrer Heimat in Nordeuropa aufzudecken:

Das Ziegenhorn, das bei Sufi-Zeremonien in Pakistan gespielt wird, ist ein traditionelles Instrument Norwegens und wird dort auch von Hirten als Signalhorn verwendet. Einerseits hat Øiseth den dunklen, archaischen „Schrei“ des Ziegenhorns gewissermaßen gezähmt, um es im Kontext ihres modernen Jazz zu spielen. Andererseits möchte sie, dass die Trompete als zeitgenössische Weiterentwicklung des Ziegenhorns verstanden wird, wobei sie dessen Klang bewusst verfremdet – manchmal durch verschiedene Effektgeräte, die sonst nur für die E-Gitarre verwendet werden – um ebenso emotional und tiefgründig zu klingen wie auf dem Bukkehorn, wie es in Norwegen genannt wird. Mittlerweile spielt sie beide Instrumente mit einer Selbstverständlichkeit und Leichtigkeit, die für alle Besetzungsgrößen gilt.

Die Gründung ihres Quartetts erfolgte dank eines Tipps des norwegischen Toningenieurs Jan Erik Kongshaug. Er fragte Øiseth einmal, warum sie noch nie mit einem Quartett im Studio gespielt habe. Zu diesem Zeitpunkt waren ihr die Vorteile dieser Besetzung für sie als Trompeterin noch nicht klar geworden – zum Beispiel, wie homogen und harmonisch sich der Klang ihres Blechblasinstruments mit dem warmen, holzigen Klang einer Rhythmusgruppe aus Klavier, Bass und Schlagzeug vermischen würde, oder wie diskursiv und eloquent in dieser Besetzung improvisiert werden könnte. Nach ihrer ersten Veröffentlichung im Jahr 2011, Stillness, ist dieses Quartett zur bevorzugten Besetzung geworden. In ihm kann Øiseth ihre ästhetischen und stilistischen Vorlieben ausleben und nach Herzenslust ihre Vorstellung von modernem Jazz mit den Musikkulturen der Welt und der Folklore Norwegens und Skandinaviens verbinden. Mit ihrem Landsmann Espen Berg hat sie einen Pianisten an ihrer Seite, der ihre kraftvollen Themen auf Trompete und Bukkehorn sowie ihre dynamisch differenzierte Improvisationskunst angemessen und harmonisch untermauern kann.

Hildegunn Øiseth (tp, bukkehorn, goathorn, voc), Espen Berg (p), Magne Thormodsæter (b), Per Oddvar Johansen (dr), Special Guest Nils-Olav Johansen (g, voc)

Keine Reservierungen. Kulturpass Ffm 1 €. Der ermäßigte Preis gilt für Studenten, Schüler und Auszubildende bis einschl. 30 Jahre. Gemeindemitglieder erhalten Tickets zum Preis der JIF-Mitglieder.
Zugang zum Kirchenraum barrierefrei (Fahrstuhl vorhanden).

In Zusammenarbeit mit der Gethsemanegemeinde.