Freitag, 9. Dez. 2022

HfMDK (Hochschule für Musik und Darstellende Kunst)

Hauptgebäude

Beginn: 19:00 Uhr

HJP 2022: Foyermusik – Der Temporäre Elektronische SalonHJP 2022: Foyermusik – Der Temporäre Elektronische Salon

Eintritt: frei

Eine Veranstaltung im Rahmen des Hessischen Jazzpodiums (HJP), kuratiert von Der Temporäre Elektronische Salon

Matthias Vogt, geboren 1970 in Rüsselsheim, lebt in Frankfurt am Main und arbeitet als Musiker, DJ, Produzent und Komponist.

Kaum jemand fühlt sich in so vielen musikalischen Feldern und Genres gleichermaßen zuhause wie Matthias Vogt. Beide – zunächst unabhängig voneinander begangenen – Pfade, der des Club-DJs und der des Jazz-Pianisten und Komponisten trafen sich, kreierten dabei Neues und machten den Frankfurter Musiker zu dem, was seine Arbeit entscheidend prägt: ein Wanderer zwischen den musikalischen Welten zu sein – und dadurch die Entwicklung eines ganz eigenen lyrischen Sounds.

Vogts musikalische Ausbildung startete mit Klavierunterricht im Alter von sechs Jahren. Er absolvierte er eine Ausbildung zum Kirchenmusiker im Nebendienst (C-Prüfung) am Institut für Kirchenmusik Mainz. Etwa gleichzeitig fand er über die Schul-Big-Band (IKS-Big Band) zum Jazz. Vogt experimentierte mit zahlreichen Pop- und Jazz-Bands. 1996 begann er eine Ausbildung zum Berufsmusiker und Instrumentalpädagogen für Jazz- und Popularmusik, mit Hauptfach Klavier und Nebenfach Gesang, die er im Jahr 2000 erfolgreich abschloss. Aus seiner Abschlussband entwickelte sich seine eigene feste Jazz-Band, das Matthias Vogt Trio.

Parallel zum Studium startete er, fasziniert von Club-Musik, eine erfolgreiche Karriere als House-DJ, die ihn im Laufe der Zeit rund um den Globus führte und in Club-Residencies wie die in Sven Väths „Cocoonclub“. Weitere Clubs in denen er als DJ spielte waren etwa „The End“ in London, „Cielo“ (New York), „Air“ (Tokyo) oder „Tresor“ (Berlin). Sein Sound ist musikalisch und hypnotisch. Vogt begann ausserdem bald mit eigenen Produktionen im Bereich der elektronischen Musik und ersten Veröffentlichungen Mitte der 90er.

Anfang der 2000er Jahre trafen dann beide musikalischen Wege zusammen, als Vogt im Auftrag des Frankfurter Labels INFRACom! ein musikalisches Projekt startete, das eines seiner erfolgreichsten wird: [re:jazz] begann als ein Konzept, in dem Vogt akustische Jazzversionen von elektronischen Originalen erstellte. Mittlerweile blickt [re:jazz] auf fünf Studioalben, zwei Remixalben und eine live DVD (aus dem Club „Motion Blue“ in Yokohama) zurück. Es folgten zahlreiche andere internationale Auftritte, auch mit seiner musikalischen Keimzelle, dem Matthias Vogt Trio.

Weitere von ihm initiierte Projekte, die zahlreiche Veröffentlichungen im Bereich elektronischer Musik nach sich zogen sind etwa Motorcitysoul, A Coral Room oder Mias Void. Vermehrt in den letzten Jahren schließlich auch Veröffentlichungen unter eigenem Namen. 2020 erschien Matthias Vogt’s Album „Polytonality“, das die ganze Bandbreite seiner Idee von (Deep-)House dokumentiert.

Vogt spielte bzw. produzierte Musik u.a. zusammen mit: Ian Pooley, Satoshi Tomiie, Till Brönner, 4 Hero, Stephan Remmler, Viktoria Tolstoy, Lisa Bassenge, Erik Truffaz, Nils Petter Molvaer, uvm.. Eine weitere Produktionsspezialität von ihm sind Remixe. Er weist eine dreistellige Zahl von Remixveröffentlichungen auf, etwa für Solomun & Stimming, Ian Pooley, Ed Davenport oder Joo Kraus.

Matthias Vogt schrieb Musik für Theaterstücke und Ballett. 2022 erscheint erstmals auch ein Film mit seiner Musik: „Fritz Bauers Erbe“ führt ebenfalls seine zwei hauptsächlichen Stilistiken zusammen, Jazz und Elektronica.

Mit seinem 2022 erschienenen Album „Pianissimo“ kombiniert er verschiedene musikalische Elemente: ruhige Klavierkompositionen treffen auf akustische Gitarre (Daniel Stelter) und präparierte Drums (Demian Kappenstein), sowie elektronische Elemente. Dazu erklingen Stimmen aus Interviews, die Vogt mit UmweltaktivistInnen führte – Pianissimo – die Intensität der leisen Töne, seine bisher persönlichste und politischste Arbeit.

Matthias Vogt (keys)

Mit freundlicher Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, des Sparkassen- und Giroverbands Hessen-Thüringen und des Kulturfonds Frankfurt RheinMain.