Neuigkeiten aus der Jazzszene, Vereinsinterna, etc …

Sonntagsmatinee mit dem Film „Blues March“ und Live-Musik – Emil Mangelsdorff im Kino Bad Soden

So., 26. Mai 2013
11:00

Die Jazzlegende Emil Mangelsdorff kommt nach Bad Soden ins Kur-Filmtheater. Mit im Saxophonkoffer: der Dokumentarfilm „Blues March – Der Soldat Jon Hendricks“ von Malte Rauch über den weltberühmten schwarzen Jazzmusiker Jon Hendricks. Der Verein KinoKultur Bad Soden führt damit das erfolgreiche Konzept „Live-Musik und Film“ weiter. Die Sonntagsmatinee mit Frank Wolff und seinem „Blauen Cello“ hatte im März für ein volles Haus mit begeistertem Publikum gesorgt.

Am Sonntag, 26. Mai, ab 11 Uhr, gibt es nun die Gelegenheit zur Begegnung mit zwei Größen des Jazz. Emil Mangelsdorff, der in der Nazi-Zeit wegen seiner Zugehörigkeit zu den „Swing Kids“ verfolgt wurde, bestreitet einen Teil der Filmmusik und gibt ein kleines Live-Konzert. Nach dem Film stehen er und Filmregisseur Malte Rauch dem Publikum für Fragen zur Verfügung. Die wird es sicher geben, denn der Film erzählt eine unglaubliche Geschichte. Porträtiert wird ein Musiker, der mit den Großen des Jazz gearbeitet hat: mit Art Tatum, Count Basie, Duke Ellington, Charlie Parker, Miles Davis oder Wynton Marsalis. Der Sänger, Texter und Komponist machte mit dem Trio Lambert, Hendricks & Ross Karriere, das in den 50er Jahren zum besten Jazz-Vokalensemble der Welt gekürt wurde. Hendricks diente im Zweiten Weltkrieg als Soldat, kämpfte nicht nur gegen Hitler-Deutschland sondern auch gegen Rassenhass und Rassentrennung in der eigenen Armee, machte eine Schwarzmarktkarriere, kam mit einem blauen Auge davon und gab seinen Erfahrungen in seiner Musik Ausdruck. Der Filmkritiker Georg Seeßlen meinte über den Film: „Malte Rauchs Film verknüpft, wie es diesem Regisseur immer wieder gelingt, eine sehr persönliche und konkrete Geschichte mit einem historischen Geschehen, und zeigt, wie das eine durch das andere bedingt wird. Am Ende sieht man nicht nur die Geschichte ein bisschen anders, man hört auch die Musik ein bisschen anders. Und etwas Besseres kann man von einem Film nicht sagen.

Termin: 26. Mai 2013, 11 Uhr Im Kur-Filmtheater Bad Soden.
Eintritt 15,00 Euro (ermäßigt 10,00 Euro),
Vorverkauf in den Bad Sodener Buchhandlungen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Jon_Hendricks

http://www.bluesmarch.strandfilm.com/

http://www.strandgut.de/2010/H1003/inhalt/fifk_004.htm

Herzlichen Glückwunsch, Peter Klohmann!

Gestern Abend fand in der Romanfabrik die Verleihung des Arbeitstipendiums Jazz der Stadt Frankfurt statt. Nachdem Uli Jünemann (Stipendiat des Jahres 2001) mit seinem Quartett den Abend eröffnet hatte, gab Kulturdezernent Felix Semmelroth den Stipendiaten des Jahres 2013 bekannt: Peter Klohmann.
Der Saxophonist und Komponist Peter Klohmann ist ein echter Frankfurter (geboren in Sossenheim), der in Mainz und Stuttgart studierte, und gerne mit für Jazz ungewöhnlichen Besetzungen auftritt. So auch gestern Abend, als er nach Empfang des virtuellen Schecks über 7500 € zusammen mit Yuri Sych am Piano und Christine Roider am Cello im Trio auftrat.

Aus der Begründung der Juroren Ulrich Olshausen, Günther Hottmann und Jonas Lohse:
„Expressiv, intensiv, abenteuerlustig, das war das Erste, was die Juroren zur Hörprobe der Bewerbung Nr. 23 zu sagen hatten: Und das bezogen sie nicht nur auf das Saxophon-Spiel, sondern ebenso auf die Kompositionen. Auch die ungewöhnliche, avantgardistische Groß-Formation, mit der sich Peter Klohmann in einer seiner Hörproben präsentierte, beeindruckte die Jury: so etwa die mehrfach besetzten Tieftöner bei Streichern und Bläsern oder auch der überraschende Einsatz einer Orgel. Tonal aus dem Vollen schöpfend, traditionsbewußt,aber nicht angepasst, und mit enormer Spielfreude sieht bzw. hört die Jury Peter Klohmann am Saxophon und bescheinigt ihm auch für seine Kompositionen außergewöhnlichen Ideenreichtum und unkonventionelle Offenheit. Solch ein musikalischer Struwelkopp wie Klohmann hat Frankfurt schon länger gefehlt.“

472602_524744817589061_1138687352_o

Gooding: Einkaufen + Spenden für den Jazz

Bildschirmfoto 2013-04-29 um 16.02.43

Die Jazz Initiative Frankfurt ist jetzt auch bei dem Webportal Gooding registriert. Eine ganze Reihe von Webshops machen dort bereits mit, und führen für jeden Einkauf eine Spende ab. Das heißt praktisch: wenn man einen Online-Einkauf, den man ohnehin getätigt hätte, über den Gooding-Link in die Wege leitet, dann bekommt die Jazz Initiative automatisch eine Spende aus dem Erlös des Webshops abgezweigt, ohne, dass es für den Käufer unmittelbar teurer würde.

Das Portfolio der Shops, die dort mitmachen, reicht von Online-Buchhändlern, Elektronikversendern bis hin zur Deutschen Bahn. Auch zahlreiche Anbieter aus dem Bereich Musik sind dabei.

Grußwort des Oberbürgermeisters zu „Musik im Palmengarten“

Seit bald 150 Jahren, also seit seiner Gründung, gehören Konzerte zum Veranstaltungsangebot des Palmengartens. Gab es früher täglich Konzerte mit dem palmengarteneigenen Orchester – im Sommer draußen und im Winter im Gesellschaftshaus – bietet das Programm „Musik im Palmengarten“ jetzt im Sommerhalbjahr ein hochkarätiges Programm für viele Musikliebhaber. 1959 wollte der damalige Direktor Fritz Encke vor allem junge Leute in sein Paradies locken. Gemeinsam mit dem Posaunisten Albert Mangelsdorff und dem Musikredakteur Werner Wunderlich hoben sie „Jazz im Palmengarten“ aus der Taufe. Schon die amerikanischen Besatzungstruppen haben von 1945 bis 1948 samstags ihre Jazz-Konzerte aus dem Palmengarten über den Armee-Sender AFN verbreitet. Heute zählt es zu den ältesten Jazz-Festivals weltweit. Wir freuen uns in diesem Jahr selbstverständlich auf alle sechs Konzerte, aber besonders auf die Geburtstagsfeier mit Günter Lenz am 1. August.

Peter Feldmann, Oberbürgermeister

Werner Wunderlich †


Am 2. April 2013 starb Werner Wunderlich, 1959 Initiator und über 40 Jahre lang auch Veranstalter der Open Air- Konzertreihe „Jazz im Palmengarten“ in Frankfurt am Main. Der 1926 im westfälischen Minden geborene Wunderlich arbeitete seit 1963 beim Rundfunk und wurde 1987 Nachfolger von Joachim-Ernst Berendt als Leiter der damaligen SWF-Jazzredaktion und des New Jazz Meeting Baden- Baden. Werner Wunderlich produzierte und moderierte für den Rundfunk und für „Jazz im Palmengarten“ zahlreiche Konzerte und Workshops.

Schon 1957 war er Initiator und Organisator der ersten Konzerttournee westdeutscher Jazzmusiker in Polen mit einem Auftritt auf dem Jazzfestival in Zoppot bei Danzig, was ihn zum „Botschafter des polnischen Jazz“ machte. Er ist Träger des Hessischen Jazzpreises, der Ehrenplakette der Stadt Frankfurt am Main, der Goethe-Plakette des Landes Hessen und des Ehrenordens des polnischen Kulturministeriums.